Unterschiedliche Absatztrends in den Kernmärkten

15. Oktober 2019 agvs-upsa.ch – Rückgang im Leitmarkt China, Stagnation in den USA und hohe Dynamik in Europa: Die Absatztrends der E-Autos in den Kernmärkten bewegen sich im dritten Quartal je nach Region stark auseinander.


Tesla ist aktuell mit deutlichem Abstand vor dem chinesischen Unternehmen BYD der absatzstärkste E-Fahrzeughersteller mit rund 255'000 E-Autos nach neun Monaten. (Bild Tesla)

abi. Die weltweiten Absatztrends der E-Mobilität könnten unterschiedlicher nicht sein. So hat das Wachstum im Leitmarkt China erstmals deutlich an Momentum verloren: Im dritten Quartal sind die Neuzulassungen der rein elektrischen Fahrzeuge (BEV) und Plug-In-Hybriden (PHEV) gegenüber der gleichen Vorjahresperiode um 21 Prozent eingebrochen. Dies geht aus dem «Electromobility Report 2019» des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach mit Studienleiter Stefan Bratzel, Referent am «Tag der Schweizer Garagisten» 2019, hervor. Bratzel macht die Reduzierung der Kaufanreize für E-Autos und den wirtschaftlichen Abschwung wegen des Handelsstreits mit den USA für den starken Rückgang verantwortlich. 

Aufgrund der hohen Zugewinne in der ersten Jahreshälfte mit 871'000 Fahrzeugen liege der E-Auto-Absatz nach drei Quartalen aber noch immer mit 21 Prozent im Plus. Dies ganz im Gegensatz zum Gesamtfahrzeugmarkt in China, der nach neun Monaten bereits um mehr als 10 Prozent rückläufig sei. Neu beträgt der Marktanteil von E-Autos per Ende September 4,7 Prozent – er lag in diesem Jahr aber auch schon über 5 Prozent.


Die Absatztrends von Elektroautos in wichtigen Märkten Quartal 1 bis 3 2019. (Grafik CAM Electromobility Report 2019)

Stagnation in den USA – Tesla bleibt Marktführer
Auch der zweitgrösste E-Fahrzeugmarkt, die USA, kommt nicht vom Fleck und stagniert im dritten Quartal bei rund 87'000 E-Fahrzeugen. In den ersten neun Monaten wurden laut Report 236'000 E-Autos abgesetzt, gut 0,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil liegt bei 1,85 Prozent. Allerdings verschiebe sich die Gewichtung zwischen BEV und PHEV zugunsten der BEV: So wurden im Betrachtungszeitraum 16 Prozent mehr BEV und 27 Prozent weniger PHEV im Vergleich zur Vorjahresperiode neu zugelassen.

Tesla war allein im dritten Quartal für rund 59 Prozent (52'000 PW-Neuzulassungen) des E-Autoabsatzes in den USA verantwortlich. Elon Musk und sein Unternehmen bleiben damit Marktführer.


Marktanteil von Elektroautos in wichtigen Märkten. (Grafik CAM Electromobility Report 2019)

Deutschland baut Vorsprung aus
Im Gegensatz zu China und den USA ist in Europa vielerorts eine hohe Dynamik erkennbar. So bleibe Deutschland der drittwichtigste E-Fahrzeugmarkt und könne seinen Vorsprung nach drei Quartalen sogar noch ausbauen. Deutschland zählt laut Bratzel momentan mit einem Zuwachs von 48 Prozent zu den weltweit am stärksten wachsenden E-Auto-Märkten. So beläuft sich das Absatzvolumen nach drei Quartalen auf rund 74'000 Fahrzeuge, wobei der PHEV-Absatz momentan stagniert. Die Verkäufe der BEV haben sich im Vergleich zum Vorjahr hingegen verdoppelt und erreichen einen Marktanteil von 1,7 Prozent. Insgesamt liegt der Marktanteil von E-Fahrzeugen bei 2,7 Prozent. 

In Norwegen beträgt der Marktanteil der E-Autos zum Ende des dritten Quartals bereits 56 Prozent. Norwegen ist ein Vorreiter in Sachen E-Mobilität: Der aktuelle CO2-Flottenausstoss für die im Jahr 2019 neu zugelassenen Fahrzeuge beträgt 59 g/km. Damit erreicht das Land die Ziele des Jahres 2030 der EU. Im Vergleich zur Vorjahresperiode konnte der durchschnittliche CO2-Ausstoss um 15 g/km reduziert werden.

Auch in Grossbritannien (Marktanteil per Ende September 2,6 Prozent), Frankreich (2,6 Prozent), und den Niederlanden (10,1 Prozent) steigt der Marktanteil. Die Niederlande zeigen dabei die stärkste Dynamik im Bereich der E-Mobilität: Der E-Absatz stieg um 126 Prozent trotz eines stark rückläufigen Gesamtmarkts (-7,6 Prozent).

Der CAM Electromobility Report analysiert regelmässig den E-Mobilitätsmarkt und die Absatztrends der globalen Automobilhersteller. Der Fokus liegt dabei auf den Kernmärkten China, USA und der EU.
 
 

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