Mobilitätswandel bietet neue Geschäftsfelder für Werkstätten

23. Juli agvs-upsa.ch – Der Einzug alternativer Antriebstechnologien in die Garagenbetriebe sind nicht als Bedrohung für das Geschäft zu sehen. Olaf Henning, Leiter Aftermarket bei Zulieferer Mahle, erklärte in einem Webcast, weshalb und in welchen Bereichen sich durch den Wandel neue Chancen öffnen.

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Quelle: Mahle

cst. Angesichts der Entwicklungen in der Automobilindustrie sind viele Garagisten verunsichert. Welche Technologien werden zum festen Bestandteil in der Werkstatt? Wie wird sich die Arbeit durch die diversifizierende Fahrzeugflotte verändern? Was ist die richtige Werkstattausrüstung von morgen? Um diese und weitere Fragen drehte sich die Pressekonferenz «Fit for Future Mobility – The Aftermarket of Tomorrow».

«Der Einzug alternativer Antriebstechnologien in die Werkstätten muss nach unserer Auffassung keinesfalls als Bedrohung für deren Geschäft gesehen werden», sagte Olaf Henning, Mitglied der Mahle-Konzernleitung und Leiter des Geschäftsbereichs Aftermarket. Im Gegenteil: «Wir sehen eine Reihe neuer Geschäfts- und Aktivitätsfelder, die den Unternehmen neue Chancen und Möglichkeiten bieten.»

Laut Mahle wird das Thermomanagement der neue Servicebereich für die Werkstätten in der diversifizierten Mobilität von morgen sein. Jürgen Laucher, Leiter Aftermarket, erklärte, dass Elektromotoren und Hybride zu einem höheren Stellenwert des Klimaservices führen würden. Denn: Leistungselektronik und Batterie müssen gekühlt werden, ansonsten kann das System ausfallen. «Die ideale Temperierung der Batterie steht in direktem Zusammenhang mit Reichweite und Lebensdauer.» Somit trage der Klimaservice in der Werkstatt entscheidend zur Funktionssicherheit des Autos bei. 

Der Zulieferer ist überzeugt, dass die ganze Breite der Antriebsformen benötigt werde, um nachhaltige Mobilität weltweit zu gestalten. «Welche Technologie dabei wo zum Einsatz kommt, hängt insbesondere vom Gewicht und Einsatzzweck des Fahrzeuges sowie von den Rahmenbedingungen in den Märkten ab.» Die Zusammensetzung der Fahrzeugflotte werde das Tagesgeschäft in den freien Werkstätten und das Aftermarket-Geschäft im Ganzen entscheidend prägen.

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Quelle: Mahle

Als Orientation für die technologischen Entwicklungen dienen dem Konzern die sogenannten Mahle-Antriebszenarien, welche die Mobilität von morgen abbilden. Gemäss diesen wird 2030 noch immer jedes zweite Fahrzeug im PW-Bereich mit einem Verbrennungsmotor unterwegs sein, 10 Prozent mit Diesel, 5 Prozent mit CNG/LNG/LPG und etwas mehr als jedes dritte Auto wird über einen Elektro-, Hybrid- oder Brennstoffzellenmotor verfügen. Ein Blick auf den Bereich Nutzfahrzeuge zeigt, dass der Verbrennungsmotor noch deutlich länger eine tragende Rolle spielen wird.

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Quelle: Mahle

Was bedeuten die Szenarien für den Aftermarket? «Mit der Vielfalt der Antriebe wird auch die Anzahl benötigter Ersatzteile und Servicegeräte steigen», erklärte Olaf Henning. Darüber hinaus werde der Anspruch an die Aus- und Weiterbildung grösser. Dafür brauche es Training und geeignete Informationsangebote. Nicht zuletzt steige im Fahrzeug der Anteil modularer Bauteile, die vielfältige Funktionen in sich vereinen, weiter an.
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